3. Klanglandschaften: Mühlenbeck | Hobrechtsfelde 2022

Thema: Gefährdungszonen Wald und Wiese

Freitag, 24.6. Summter See (17.45 Uhr Treffpunkt Parkplatz Friedwald)

18.00 – 18.45 Uhr, Nordufer, Waldgürtel Summter See ab Schranke

Totes Holz

Peter Köszeghy, „TOTHOLZ“ – konzertante Klangaktion im und mit dem Wald für 3 Klangskulpturen und mobile Klanggruppen (UA –Auftragskomposition des Festivals Klanglandschaften) Interpreten: Philipp Schmitt, Taiko Saito, Jasper Ubben + 10 Schüler der Musikschule Berlin-Reinickendorf

TOTHOLZ ist ein Requiem für die Natur, die unter den Eingriffen der Menschen leidet. Zugleich aber ist die Komposition ein Hinweis auf den schützenswerten Kreislauf der Natur: Totholz ist der Humus für neues Wald- und Klangleben.

19.00 Uhr, Summter See, Badestelle Nordufer

Madrigal für eine Grille mit Saitenspiel

Olga Rayeva,Madrigal per un grillo“ für Streichorchester (UA, Auftragskomposition des Festivals Klanglandschaften)

Michael Parsson,Saitenspiel“ für 14 Streicher (nach einer Choreografie im Gelände)

Konstantia Gourzi,P-Ilioo“ für Streichorchester mit den Sätzen: I. einatmen II. ausatmen III. tettix IV. jasmin V. geheimnis VI. ode VII. windig VIII. tanz IX. nachtblume

Olga Rayeva,Madrigal per un grillo“ für Streichorchester (2. Aufführung)

Interpreten: Kammerorchester der Leo Kestenberg Musikschule Berlin-Schöneberg, Leitung: Alexander Ramm

Kompositionen über ein per se musikalisches Tier, über natürliche Situationen und eine Landschaft werden in eine andere Landschaft aus Wald, Wiese und See eingelassen, verschmelzen akustisch damit. Was hören, was fühlen und denken wir, wenn wir in diesen klanglichen Dialog eintauchen?

20-22 Uhr Gemeinsames Picknick von Publikum + Musikern auf der Wiese


Samstag, 25. 6. 2022, Mühlenbeck

13.00-13.45 Uhr – Grünanlage zwischen Dorfteich und Kriegerdenkmal um die und

mit der Dorfkirche

Klangraum Alternativ

Ralf Hoyer, DorfLandschaftsKomposition „klang.wandel“ (UA – Auftrags-komposition des Festivals Klanglandschaften)

Interpreten: Jugend- und Erwachsenen-Blasorchester der Musikschule Potsdam-Mittelmark, Kleinmachnow, Dirigenten: Martin Aust, Ulrike Dinslage, Organist: Kantor Konrad Winkler, Klangträger: Gottfried Röszler

Mobile Konzertinstallation – eine Kunstaktion im grünen Dorfkern, mit der Kirche als kulturellem Zentrum. Die Wandel-Musik in fünf Stationen reagiert auch auf lokale Umweltprobleme: drohende Baumfällungen entlang der Hauptstraße und Verkehrslärm. Musik artikuliert dazu einen eigensinnigen Klangwandel-Resonanzraum.

14.15 – 15.30 Uhr Berufsförderungswerk Mühlenbeck, Studiosaal

Vom Zustand unserer Wälder

Marvin Gabriel (Thünen-Institut für Waldforschung Eberswalde), „Vom Zustand der Brandenburgischen Wälder und die Bedeutung der Waldmoore“

Bettina Ehrhardt, (Filmregisseurin, bce films & more GmbH München) „Amazoniens fliegende Flüsse. Ohne Wald kein Wasser“

Ein Blickauf den regionalen und globalen Zustand von Wäldern, ihre gegenseitige Abhängigkeit und Bedeutung für das Weltklima.

Kaffeepause in der Mensa und davor

16.15 Uhr, Wiese im Parkgelände Berufsförderungswerk

Eröffnung der Klanginstallation Vom Verschwinden Einführung durch Kirsten Reese

16.30-19.00 Uhr, Parkgelände Berufsförderungswerk

Parcours: Ökologischer Fußabdruck – Musik für einen Landschaftspark

Konzertante, installative und interaktive Werke an 7 Spielorten, von und mit dem Ensemble KNM Berlin.

Ensemble KNM Berlin & Gäste: Rebecca Lenton, Flöte & Klangmassage | Gudrun Reschke, Oboe | Winfried Rager, Klarinette | Theo Nabicht, Saxophon/Bassklarinette & Klangmassage | Matthias Jann, Posaune | Jack Adler-McKean, Tuba | Minhye Ko, Schlagzeug | Theodor Flindell, Violine & Klangmassage | Kirstin Maria Pientka, Viola & Klangmassage | Jonathan Heilbron, Kontrabass & Klangmassage

Theo Nabicht: Klangaufnahmen Komponierstation

Thomas Bruns: Künstlerische Leitung & Klangmassage

Eine bekannte Landschaft erhält neue tönende Akzente, die das Vertraute anders wahrnehmen lassen und das Hören fokussieren. Der Weg ist zugleich Angebot zur individuellen Auswahl. Wir werden in die Tiefe von Klängen gezoomt und horchen in uns selbst hinein: Wie ist eigentlich mein eigener ökologischer Fußabdruck?

Spielort 1, 16.30 Uhr: Natursteinbrücke über das Fließ

Julio Estrada: „solo für einen“: „stelle dir schwebende stille und klänge um dich herum vor“ – Imagination für Publikum

Spielort 2, 16.35 & 18.30 Uhr: Piazza vor dem Haupteingang des Berufsförderungswerks

Julio Estrada: „solo für einen“, konzertantes Tutti für 7 Musiker

Auf den Boden aufgetragene Texte inspirieren die Musiker zu Interpretationen, z.B. „spiele eine farbe“, “lass dein Ohr singen“, „höre und spiele so nah wie möglich“ u.a.

Ähnliche Texte, auf den Boden gesprüht, laden auf dem ganzen Rundweg des Geländes zum verweilenden Lauschen ein.

Rundgang links:

Spielort 3, 16.45-19.00 Uhr: Komponierstation – Laubengang vor der Mensa 

Keyboard (Klangaufnahmen: Theo Nabicht)

Komponiere Deine eigene Musik mit Klängen aus der Natur und Wiedergabe in Echtzeit. Eine Tafel sagt Dir, woher die Klänge stammen.

Spielort 4, 17.00 & 18.00 Uhr: Konzert unter Bäumen, am höchsten Punkt des Weges

Farzia Fallah: „15 Skulpturen“mit Schlagzeug, Posaune, Bratsche und Viola

für eine Parklandschaft

Eine Musikskulptur in einer Landschaft. Vier MusikerInnen mit komponierten Spielposen formen durch ihr Spiel reale Klangskulpturen – in die Sonne, in den Wind, in die Laute dieser Landschaft hinein.

Rundgang rechts:

Spielort 5, 17.00 & 18.15 Uhr: Konzert an der Birke, zwischen den beiden letzten Internatsgebäuden

Carola Bauckholt: „Doppelbelichtung“ für Violine und Samples (mit freundlicher Unterstützung des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin)

Hören Sie Vogelstimmen wie durch ein Mikroskop.

Spielort 6, 17.10-17.50 Uhr: Vier Stationen auf dem Weg zum Teich.

Thierry Madiot: „Massages sonores“ – Klangmassagen

Wie klingt die Landschaft, in der ich bin? Schließe die Augen, lass‘ Deinen Hörsinn auf neuen Wegen spazieren – und lausche!

Spielort 7, 17.30 & 17.50 Uhr: Konzert am kleinen See

Thomas Meadowcroft, „Acre Blocks (Würgatzel)“ für Flöte, Oboe, Klarinette, Tuba

In Australien, der Heimat des Komponisten, heißen die Grundstücke von Kleingartenanlagen acre blocks. Was ist zu hören, wenn die Städte, zwecks Gemüseanbau, in die Landschaft hinein wuchern?:  Rasenmähermotoren, die Schreie der butcher birds, der geschlachteten Vögel = Würgatzel…

Parallel und zusätzlich zum Hörparcours des Ensembles KNM Berlin:

A         16.30-19.00 Uhr, Terrasse des ehemaligen Restaurants „amici“

Mein Ökologischer Fußabdruck

Wie sieht eigentlich mein persönlicher ökologischer Fußabdruck aus? – Jeder Besucher kann sich diesen errechnen und ausdrucken lassen. https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/

B         11.00 bis zum Sonnenuntergang, Klanginstallation auf der großen Wiese

Kirsten Reese, „Vom Verschwinden“ für 25 kleine Lautsprecher im Gras.

Eine riesige Wiese, Weite, Himmel – aber wo sind die Blumen, wo sind die summenden, krabbelnden, sirrenden Bewohner dieser Wiese geblieben?

19.30-20.30 Uhr, Dorfkirche Mühlenbeck oder Schildow

Zoom ins Moos

Eine musikalische Lesung der Schriftstellerin Ulrike Draesner (Texte, Lesung + Film) mit Paul Hübner (Trompete, Alphorn u.a.) (mit Unterstützung des Climate Cultures Network Berlin)

Ulrike Draesner beschäftigt seit Jahren die Frage, wie angemessen „von der Natur“ zu schreiben ist – 2020 erhielt sie dafür den Deutschen Preis für Nature Writing. Für die „Klanglandschaften“ hat sie sich mit der Musik verbündet und zusammen mit Paul Hübner ein neues Programm geschaffen: mit Sprache und Klang in die Natur hineinzoomen.

21.00-22.00 Uhr, Summter See, Badestelle Nordufer (wegen begrenzter Teilnehmerzahl Anmeldung erbeten bis zum 18.6.)

Klangmeditation in den Sonnenuntergang hinein

Den Tag im Klang beenden, mit Blick auf das Wasser – mit der Klangpraktikerin Nadine Hardt und Tam Tam, Klangschalen, obertonreichen Klanginstrumenten u.a.  

Sonntag, 26.6.2022, Hobrechtsfelde

Im Vorfeld: 4.6. bis 26.6., Historischer Kornspeicher, Eröffnung 4. Juni, 15 Uhr

Klanginstallation

Erwin Stache, „Röhrenfeld – Artensterben“, in der Ausstellung im 1. Stock

Mehr als 2000 Radio- und Fernsehröhren aus den 1930er bis 1960er Jahren, einige funktionieren noch. Eine mehrkanalige Komposition vermittelt durch versteckte Lautsprecher den Eindruck einer musikalischen Konversation zwischen blinkenden, „noch lebenden“ Röhren.

03.20 Uhr – 04.46 Uhr, Treffpunkt Historischer Kornspeicher

Vogeluhrwanderung in den Sonnenaufgang hinein

04.46 – 5.30 Uhr, Weide am Ende der Führung

Lichtung I: Zwitschermusik zum Sonnenaufgang

Sandeep Bhagwati: „Von Sang und Stille / Of Sound and Silence” (UA)

Interpreten: Projektchöre Zwitschermusik (Madrigal- und Schwarmchor) (Auftragswerk des Festivals Klanglandschaften mit Mitteln der Ernst von Siemens Musikstiftung)                   

Immersive Klangwolke für menschliche Kehlköpfe mit Audiopartituren und Madrigal-Sänger*innen

06.00 Uhr Restaurant Speicher Hobrechtsfelde

Frühstück

08.00 – 9.30 Uhr, Treffpunkt Kornspeicher

Naturkundliche FührungRieselfelder

Peter Gärtner, Leiter des Naturparks Barnim, und Olaf Zeuschner, zuständiger Förster, erläutern als „Hausherren“ der renaturierten Rieselfelder, warum diese eine stete Herausforderung darstellen – obwohl sie für den Laien aussehen wie eine idyllische Wildnis

10.00 – 10.20 Uhr Am Kornspeicher

Musikalische Aktion:  Von Vogelstimmen zum Insektenzirpen – Klangaktion mit Gottfried Röszler (Percussion)

10.30 – 12.00 Uhr Treffpunkt Kornspeicher

Insektenkundliche Führung durch den vormittäglichen Wald

12.00 – 12.30 Uhr, Lichtung am Ende der Führung

Lichtung II: Sechsfüßlermusik zur Mittagssonnenzeit (UA)

Sandeep Bhagwati: „Von Wind und Sirren Of Winds and Whirrings” (UA)

Interpreten: Projektensemble Bläser der Musikschule Friedrichshain-Kreuzberg (Auftragswerk des Festivals Klanglandschaften mit Mitteln der Ernst von Siemens Musikstiftung)

Comprovisation zum Sirren von Zikaden und Heuschrecken und mit dem Rauschen des Windes, für tragbare Blasinstrumente mit Audiopartituren:

12.45 – 14.00 Uhr Restaurant Kornspeicher

Mittag

14.00-16.00 Uhr Hobrechtsfelde, um den Kornspeicher herum

Installationen und Performances

„Sonic Environments Rieselfelder”– gemeinsames Projekt von Studierende des Studiengangs Sound Studies and Sonic Arts der UdK Berlin und Studierende der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (Fachrichtungen Landschaftsnutzung sowie Regionalentwicklung und Naturschutz). An mehreren Stationen hinterfragen sie mit Installationen und Performances das Wechselverhältnis von Klang und Landschaft heute wie auch aus der Geschichte der Rieselfelder heraus.

Teilnehmer*innen: Zachariah Bamberger, Heather Fae Calla, Selim Elsadek, Vilte Gustyte, Haesoo Eshu Jung, Salome Lubczanski, Juan Pablo de Lucca, Simina Oprescu, Samantha Simmons, Merey Şenocak und Jorge Vicario Guille

Leitung: Prof. Daisuke Ishida und Jan Thoben (UdK)

16.30 – 18.00 Uhr im Trichter des Kornspeichers

Filmvorführung der Ökofilmtour Brandenburg

„Wald oder Wüste – was kommt nach dem Fichtensterben?“ (44 Minuten)

Wie sieht der Wald der Zukunft aus, der den zunehmenden Extremen des Wetters und den Borkenkäfern trotzt?

18.00 Uhr Restaurant Kornspeicher

Abendimbiss

20.00 Uhr – 21.33 Uhr Hobrechtsfelde, Chateau d´Eau, Rieselfelder Ost

Lichtung III: Recital

Carolin Widmann, Violine

Um 21.33 geht die Sonne unter – eine einsame Geige auf weiter Flur, die neben klassischer zeitgenössischer Literatur für Solo-Geige mit den Umgebungsgeräuschen des Sommerabends improvisiert.

Tickets:
Konzerte: 10 erm. 5 €

Kombiticket: 15 erm. 10 €

Tagesticket: 20 erm. 15 €

Festivalpass: 40 €

Förderpass: 50 €

Klangmeditation am 25.6.: 20 €

Kinder bis 18 Jahre freier Eintritt

Veranstalter: Projektgruppe Musik im Förderverein Naturpark Barnim e.V.: Dr. Gisela Nauck (Projektleitung + künstlerische Leitung), Nina Rohlfs (künstlerische Leitung), Dag Lohde (Geschäftsführung + Produktionsleitung), Paul Hübner (künstlerische Leitung), Johanna Madden (Produktionsleitung). Uli Aumüller (Programmkonzept Hobrechtsfelde), Elke Moltrecht (Organisation Studentenprojekt Hobrechtsfelde)


Weitere Informationen & Tickets unter: Klanglandschaften


Foto © Gisela Nauck